Nicht nur wenn die Katze
krank ist, sondern auch für die jährliche Impfung und zur
Vorsorgeuntersuchung bei älteren Katzen, ist ein Besuch
beim Tierarzt angesagt. Manche Katzen nehmen einen
Tierarztbesuch fast emotionslos in Kauf, andere wiederum
sind extrem ängstlich und dann gibt es noch die Sorte
Katzen, die beim Doc zu Freddy Krüger mutiert ;-)
Wir auch immer, ab und zu
muss Tigerchen diese Prozedur ertragen. Wichtig ist, dass
Sie auf keinen Fall aus Mitleid auf einen notwendigen
Tierarztbesuch verzichten.
Welche Informationen braucht
der Arzt?
Folgend einige
Fragen, wonach der Arzt fragen könnte:
. Wie viel trinkt die Katze?
. Frisst sie, oder verweigert sie das Futter?
. Hat die Katze Verdauungsprobleme wie Durchfall
oder Verstopfung?
. Welche Farbe und Beschaffenheit hat der Kot oder
der Harn?
. Ist Blut im Harn oder Kot?
. Erbricht die Katze, wie sieht das Erbrochene aus?
(Nehmen Sie eine Probe mit!)
. Hat die Katze Husten, und wie klingt dieser?
. Wie ist das Verhalten der Katze, ist sie
apathisch?
. Hat sie viel abgenommen?
. Geht sie auf das Katzenklo?
. Haben Sie bemerkt, ob Ihr Tier häufig den Kopf
schüttelt oder sich sehr oft kratzt?
Jede
Verhaltensveränderung und alles Ungewöhnliche ist
für die Diagnose wichtig.
Was tun, wenn Ihre Samtpfote
richtig Angst hat?
Bei Katzen spielt das Gefühlsleben eine wichtige Rolle. Krankheiten
werden durch Angstgefühle zuweilen erst ausgelöst, auf jeden Fall aber
verschlimmert. Deshalb sollten Sie versuchen, Ihrem Minitiger die Angst
weitgehend zu nehmen. Ein ruhiger und entschlossener Besitzer
stabilisiert das Gefühlsleben seiner Samtpfote. Sie darf überhaupt
nicht auf die Idee kommen, dass ihr etwas Unangenehmes passieren
könnte.
Bei besonders
ängstlichen Tieren sollte man zuvor mit dem Tierarzt wegen
eines Beruhigungsmittels sprechen, das man dem Tier noch
daheim verabreicht. Bitte nehmen Sie auf keinen Fall etwas aus
der menschlichen Hausapotheke! Das könnte gründlich
schief gehen und den gegenteiligen Effekt haben.
Bitte beachten: Bei einigen dieser Präparate tritt ein
Vorfall des dritten Augenlides bei der Katze auf. Die Augen
wirken dadurch verschleiert. Das ist harmlos und
verschwindet nach einigen Stunden von allein!
Welcher Tierarzt?
Wählen
Sie am besten einen Tierarzt in der Nähe Ihrer Wohnung, damit
ersparen Sie dem Tier im Notfall lange Anfahrtszeiten. Der
Arzt sollte auch Ihnen sympathisch sein und Sie sollten
selbst das Gefühl haben, Ihre Katze ist bei ihm/ihr in
guten Händen. Achten Sie darauf, ob der Arzt liebevoll und
geduldig mit dem Tier umgeht. Denn das spürt auch Ihre Katze.
Haben Sie
einen Tierarzt Ihres Vertrauens gefunden, dann ist es
Ideal, wenn er Ihren Stubentiger ein
ganzes Leben lang betreut. Er kennt ihre Eigenarten und kann
darauf eingehen. Außerdem hat der Haustierarzt alle
wichtigen Daten, wie Impfungen, Erkrankungen, Laborbefunde
und Medikamentenverabreichungen, gespeichert. Er kennt
Ihren Liebling beim Namen und kann ihm damit auch helfen,
Ängste abzubauen.
Sollte
Ihre Katze ernsthaft krank sein, kann es manchmal
sinnvoll sein, eine 2. Meinung von einem anderen
Tierarzt einzuholen.
Der erste Besuch beim
Tierarzt
Ist die Katze ins Haus gekommen, sollten
Sie so bald wie
möglich zum Tierarzt gehen. Ihr Kätzchen kann den Arzt
kennen lernen, ohne dass er ihr Schmerzen zufügt. Wenn sie
dann einmal Hilfe benötigt, wird sie weniger Angst haben.
Außerdem kann der Arzt einen genauen Plan für Impfungen und
Entwurmungen aufstellen.
Hausbesuch des Tierarztes?
In machen
Fällen kann es sinnvoll sein, den TA nach Hause kommen
zu lassen. Z.B. wenn Ihre Katze bereits sehr geschwächt
ist und Sie Ihr Tigerchen nicht zusätzlich mit dem
Transport belasten möchten. Inzwischen gibt es TÄ, die
sich auf Hausbesuche spezialisiert haben. Weitere Infos
finden Sie z.B. hier:
www.tierarzt-auf-raedern.de
Was
spricht gegen einen Hausbesuch?
Wichtig
ist, dass Sie abwägen, ob ein Hausbesuch unbedingt
erforderlich ist. Denn ein Haustierbesuch ist aus
psychologischer Sicht nicht zu unterschätzen und kann
gravierende Folgeschäden bei dem Tier verursachen. Die
Katze fühlt sich zu Hause wohl und sicher. Dringt nun
ein, der Katze, völlig Fremder in ihr Revier ein und hält
sie auch noch gegen ihren Willen fest, das eine
Untersuchung mit sich bringt, kann das gerade bei
sensiblen Tieren eine psychische Erschütterung bis hin zu
einer schweren Traumatisierung nach sich ziehen.
Wie transportiert man die Katze?
Wenn Sie mit Ihrer Katze zum Tierarzt fahren müssen, verwenden
Sie
bitte ausschließlich einen gut verschließbaren Katzenkäfig.
Katzenkäfige aus Kunststoff sind besser geeignet als jene
aus Weidengeflecht, da sie leichter zum Reinigen und
Desinfizieren sind. Wenn Sie warten müssen, nehmen die Katze
bitte nicht aus dem Käfig, die Gefahr, erschreckt oder sogar
von einem Hund gebissen zu werden, ist einfach zu groß.
Besser ist auch zu verhindern, dass Ihre Katze dort Kontakt zu
anderen Miezen hat, man weiß ja nicht, welche
Krankheit das andere Tier gerade hat! Transportkörbe, die
oben eine Öffnung haben, sind gut geeignet für Katzen,
die nur mit Mühe in die Box gehen. Sie können die Katze
direkt von oben in die Box setzen.
Was sollten Sie mitbringen?
In jedem Fall den Impfpass Ihrer Katze. Bekommt das Tier
Medikamente, sollten diese dem Arzt gezeigt werden. Ist
Ihnen etwas Ungewöhnliches im Kot oder im Erbrochenen
aufgefallen, sollten Sie Proben davon mitnehmen.
Vermuten Sie, dass Ihre Katze auf Grund einer Pflanze,
die sie angeknabbert hat, ein Vergiftung haben könnte,
nehmen Sie die Pflanze (wenigstens ein Blatt) mit zum
Tierarzt.